Wie wird Künstliche Intelligenz unsere Zukunft prägen? In unserer Interviewreihe zum Tag der KI 2026 geben Unternehmen und Fachleute spannende Einblicke in ihre Arbeit, erfolgreiche KI-Projekte und ihre Perspektiven auf die Zukunft der KI.
Wir freuen uns sehr, dass Infineon Technologies den Tag der KI als Silber-Partner unterstützt. Das Partner-Interview wurde mit Andrea Stich, Direktorin der Frontend Academygeführt.
1. Können Sie Ihr Unternehmen kurz vorstellen und uns einen Einblick in Ihre Kernkompetenzen geben?
Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und das Internet der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung und Digitalisierung voran. Das Unternehmen hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte (Ende September 2025) und erzielte im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.
Infineon Regensburg liefert als Fertigungsstandort im Bereich Frontend einen wichtigen Beitrag zum Produktportfolio und ist zugleich ein bedeutender Innovations- und Entwicklungsstandort im globalen Netzwerk von Infineon. Hier bündelt Infineon Kompetenzen unter anderem in den Bereichen Automotive, Chipkarte, Sensorik, Hochfrequenztechnologie und MEMS.
2. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz aktuell bei Infineon Regensburg?
Zum einen unterstützt Künstliche Intelligenz bereits heute Mitarbeitende im Arbeitsalltag und hilft dabei, Prozesse effizienter zu gestalten. Ein gutes Beispiel dafür ist die intelligente Bildanalyse in der Produktion. Dabei geht es darum, die Daten, die während der Fertigung entstehen, automatisiert zu analysieren, Fehler zu erkennen und Entscheidungen abzuleiten. Infineon begleitet die Veränderungen im Arbeitsalltag sehr intensiv – mit gezielten Schulungsmaßnahmen und unterstützenden Trainings. Das gilt sowohl für die Mitarbeitenden im Büro als auch in der Fertigung.
Zum anderen ist „Powering AI“ ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Infineon entwickelt und fertigt Leistungshalbleiter, die essenziell sind, um KI-Rechenzentren effizient mit Strom zu versorgen. Entwicklerteams aus Regensburg bringen dazu ihre Expertise in standortübergreifende Projekte ein. Konkret entwickeln Ingenieurinnen und Ingenieure aus Regensburg Gehäuse, die maßgeblich die Effizienz in KI-Rechenzentren steigern. Aufgrund des hohen Energieverbrauchs ist die Kühlleistung in KI-Rechenzentren enorm. Die von uns entwickelten Gehäuse optimieren den Energieverbrauch der Hochleistungsprozessoren und reduzieren dadurch die benötigte Kühlleistung.
Außerdem treibt Künstliche Intelligenz Innovationen in Zukunftsfeldern wie Robotik und im Bereich intelligenter autonomer Systeme voran. Das sind Maschinen oder Programme, die selbstständig denken, entscheiden und handeln können.
3. Gibt es ein Projekt oder eine Anwendung, auf die Sie besonders stolz sind?
Wir sind besonders stolz auf unseren internen Chat4IFX, den wir schnell nach der Veröffentlichung von ChatGPT durch OpenAI im Unternehmen als internen, sicheren Zugang zu verschiedenen KI-Chat-Modellen für alle Mitarbeitenden angeboten haben. Seither wird dieser kontinuierlich ausgebaut und ist zu einer wichtigen Assistenz im Arbeitsalltag geworden.
Eine weitere interessante Anwendung in der Fertigung – neben der schon erwähnten KI-basierten Bilderkennung – ist TALK, ein LLM-basiertes kognitives Assistenzsystem. Das TALK-Projekt unterstützt die Instandhaltung in Pilotbereichen der Frontend-Fertigung dabei, technische Informationen schneller zu finden. Über einen Chatbot können Wartungsdokumente, Schulungsunterlagen und Anlagendaten in natürlicher Sprache abgefragt werden, wodurch Fehleranalysen und Berichte effizienter erstellt werden können. TALK wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen in Österreich mit Fraunhofer Austria entwickelt.
4. Welche strategische Bedeutung hat KI für die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens?
Infineon ist sowohl Technologielieferant als auch Nutzer von KI. KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Energie, hocheffiziente Leistungshalbleiter sind daher unverzichtbar. Infineon sieht sich hier in einer Schlüsselrolle: Das Unternehmen liefert Lösungen für die effiziente Energieversorgung entlang der gesamten Energiekette bis zum KI-Prozessor. Unsere Technik wird gebraucht, um diesen Strom so effizient wie möglich zu nutzen. Produkte von Infineon sind in diesem Zusammenhang sehr gefragt. Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon, beschreibt Künstliche Intelligenz als zentrale Wachstumschance für das Unternehmen.
Außerdem wird KI im Unternehmen selbst gezielt und verantwortungsvoll dort eingesetzt, wo sie Prozesse vereinfacht, Standards unterstützt und einen messbaren Mehrwert schafft.
5. Was bedeutet der Tag der KI für Ihr Unternehmen bzw. Ihr Engagement im KI-Bereich? Wie werden Sie sich am 25.09.2026 präsentieren? Worauf dürfen sich die Teilnehmenden freuen?
Beim „Tag der KI“ zeigen wir den Menschen in der Region, welche Rolle Künstliche Intelligenz bei Infineon spielt. In unserer „AI Experience Zone“ machen wir KI erlebbar: Wir erklären Grundlagen und zeigen konkrete Anwendungsfälle aus unserem Arbeitsalltag. Dazu gehört eine intelligente Bild- und Objektanalyse, die Abweichungen in der Produktion sicher und schnell erkennt. Sie hilft uns, die Qualität unserer Produkte automatisiert zu prüfen und weiter zu verbessern. Spielerisch wird es bei „Fakt oder Fake?“: Hier können Besucherinnen und Besucher testen, ob sie KI-generierte von realen Inhalten unterscheiden können.


