AIR Regensburg

Gesellschaftlicher Wandel durch Künstliche Intelligenz? Wider die Orientierungslosigkeit

13.02.2026

Call for Papers und Sessions

Call for Papers und Sessions für die 12. Internationale Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA) vom 21. bis 23. September 2026 an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, organisiert durch das Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) und mit Unterstützung des Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST).

 

Gesellschaften weltweit erleben derzeit massive Umbrüche; eine aggressive US-Außen- und Handelspolitik, der anhaltende Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine, das Erstarken nationalistischer und rechtsextremer Strömungen in zahlreichen Ländern, die Spannungen im pazifischen Raum und weitere Krisenherde verunsichern viele Menschen und tragen zu einer weitverbreiteten Orientierungslosigkeit in Hinblick auf die Zukunft bei.

All dies wird verstärkt durch eine (vermeintliche oder tatsächliche) technologische Disruption: Künstliche Intelligenz hat endgültig das Labor verlassen und setzt dazu an, nicht nur ökonomische Verhältnisse, sondern alle Lebensbereiche grundlegend zu verändern.

Ob die historische Phase, die wir gerade durchleben, tatsächlich außergewöhnlich ist und sich besonders schnell oder tiefgreifend wandelt, kann man mit Hinweis auf die jüngere Vergangenheit allerdings bezweifeln: Die Veränderungen der 1960er und 1970er Jahre, die durch Kalten Krieg, Dekolonialisierung, Emanzipationsbewegungen, Energiekrisen und damit verbundene wirtschaftliche Erschütterungen erzwungen wurden, haben nicht nur westlich geprägte Gesellschaften erheblich verändert. Demonstrationen, Streiks und Proteste in Mittel- und Osteuropa Ende der 1980er Jahre, die zum Zusammenbruch des „Ostblocks“, zur Aufhebung der europäischen Teilung und zu Deutschlands Wiedervereinigung geführt haben, lösten Prozesse aus, deren Folgen in Europa bis heute zu verspüren sind. Gleichzeitig hat sich das Internet mit den damit verbundenen ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen rasant verbreitet.

Die Parallelität gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche und deren Wechselwirkungen ist kein neues Phänomen, doch es scheint so, dass sowohl ganze Gesellschaften als auch die darin lebenden Menschen davon immer wieder aufs Neue verunsichert werden. Umso dringender erscheint es, der weithin zu beobachtenden Orientierungslosigkeit zu begegnen; nicht zuletzt durch wissenschaftliche Beiträge, die Robert K. Mertons CUDOS-Prinzip und nicht einer interessengeleiteten Agenda verpflichtet sind – gleich, wie nobel diese Agenda sein mag.

Solche Beiträge kann und muss auch Technikfolgenabschätzung liefern; die NTA-Tagung 2026 soll ein Forum bieten, konstruktiv und produktiv mit den technikinduzierten Wandlungsprozessen umzugehen. Erwünscht sind daher Beiträge und Sessions, die das Rahmenthema behandeln, also die Frage, wie TA die gesellschaftliche und politische Orientierungslosigkeit adressieren und Informationen, Hinweise und Beratung liefern kann, um den Herausforderungen, die durch den ubiquitären KI-Einsatz einhergehen, individuell, institutionell und gesellschaftlich begegnen zu können. Beispiele für mögliche Themen und Sessions sind:

  • Die TA-Reaktion auf den gesellschaftlichen Wandlungsdruck durch KI,
  • KI und deren Auswirkungen auf Umwelt, Nachhaltigkeitsziele und SDGs,
  • Deepfakes zwischen Vertrauen, Verantwortung und Kontrollverlust,
  • KI als Werkzeug oder Konkurrenz für TA-Prozesse.

Weitere Sessions zur Nutzung von KI in verschiedenen Handlungszusammenhängen, Professionen und wissenschaftlichen Disziplinen sowie deren kurz-, mittel- und langfristigen Folgen für Stakeholdergruppen sind möglich und erwünscht, bspw.:

  • Gesellschaft, Medien und Kultur,
  • Wirtschaft und Arbeitswelt,
  • Gesundheit und Soziales,
  • Mobilität,
  • Rechtsprechung und Strafverfolgung,
  • Bauen und Wohnen.

Das Organisationsteam der NTA‘2026 lädt zur Einreichung von Abstracts für Vorträge oder Poster sowie Sessions ein; innovative Formate sind ausdrücklich willkommen (diskussionsorientiert, partizipative Formate etc.). Werden Sessions vorgeschlagen, sollten nicht nur die geplanten Inhalte, sondern gegebenenfalls auch die vorgesehenen Beiträge skizziert werden; es ist jedoch auch möglich, diese Sessions für Einreichungen zu öffnen.

Einreichungen für Sessions werden bis zum 30.04.2026 beim Organisationsteam per E-Mail (NTA2026oth-regensburg.de) erbeten; über deren Annahme wird bis 31.05.2026 entschieden. Vorschläge für Sessions sollten nicht länger als 4.000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Quellen sein. Angenommene Sessions werden auf der Tagungswebseite veröffentlicht, damit Einreichungen gegebenenfalls den Sessions zugeordnet werden können.

Vorträge und Posterbeiträge können bis zum 30.06.2026 eingereicht werden; über deren Annahme wird bis zum 31.07.2026 entschieden. Die Einreichung von Vorträgen und Postern sowie der Review-Prozess werden mittels ConfTool organisiert. Die Abstracts für Vorträge und Poster sollten die Länge von 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Quellen nicht überschreiten. Poster werden während der gesamten Tagung ausgestellt; die mündliche Präsentation der Poster ist für den ersten Tag der NTA-Konferenz geplant.

 

Die Konferenzsprache ist Deutsch; Beiträge auf Englisch sind möglich. Ausgewählte Konferenzbeiträge sollen später in einem Band der Schriftenreihe Gesellschaft – Technik – Umwelt bei Nomos/Edition Sigma veröffentlicht werden. Hierzu wird gesondert informiert.

Weitere Informationen zur Tagung, z.B. zu bereits definierten Sessions, zum (vorläufigen) Programm, zu Übernachtungsmöglichkeiten und zum Tagungsort an der OTH Regensburg, finden sich auf der Webseite der NTA‘2026. Fragen können jederzeit an das Organisationsteam per E-Mail (NTA2026oth-regensburg.de) gestellt werden.

zurück zur Übersicht